Kennst du das? Du hast eine Aufgabe vor dir und wirst einfach nicht fertig damit, weil du immer wieder Dinge findest, die noch nicht perfekt sind. Du investierst viel mehr Zeit als nötig damit, diese Aufgabe so hinzubekommen, bis du 100% zufrieden bist — doch am Ende ist deine Mühe gar nicht sichtbar? Dann sitzt du wohl auch in der Perfektionismus-Falle!
Mir ging das genau so!

Ich erinnere mich noch sehr genau an eine Situation im Büro, als ich noch festangestellt war. Ich sollte eine Präsentation für meinen Chef zusammenstellen. Die Aufgabe war eigentlich einfach, da ich lediglich die Folien aus bereits vorhandenen Präsentationen heraus kopieren und neu zusammensetzen sollte. Doch wer Powerpoint kennt, weiß, was in solchen Fällen meist passiert: Das Layout der Folien ist meist komplett unterschiedlich, da die Folien zuvor wohl auch von unterschiedlichen Personen unterschiedlich bearbeitet wurden. Einmal ist die Überschrift klein, mal ist sie groß, mal blau, mal grün und mal zentriert oder mal linksbündig gesetzt. Ich setzte mich also hin und begann das komplette Layout so zu überarbeiten, dass alle Folien wieder gleich aussahen — eben perfekt. Mein Chef wunderte sich schon, warum ich (sonst von der schnellen Sorte) dieses Mal so lange gebraucht hatte. Als ich ihm den Grund dafür erklärte, schaute er mich an und sagte sowas wie: „Ist ja nett, dass du dir solche Mühe gemacht hast, aber das war völlig umsonst. Das Layout interessiert mich in diesem Fall überhaupt nicht.“ Ihr könnt Euch vorstellen, wie deprimiert ich war, nun zu hören, dass meine Arbeit einfach umsonst war und ich locker 1 Stunde meiner wertvollen Zeit verschenkt habe.

Wenn Du auch so ein Perfektionist bist, wie ich es früher war, habe ich hier 6 Tipps für Dich:
  1. Setze dir realistische Ziele und erwarte nicht zu viel von dir selbst.
  2. Weniger ist oft mehr. Versuche nicht, grundsätzlich die 100 % Zielerreichung zu überbieten. Oft sind 90-95% völlig ausreichend.
  3. Behalte das große Ganze im Auge und verzettle dich nicht in Details.
  4. Suche nicht nach Fehlern, sondern fokussiere dich auf das, was schon richtig ist. Ärgere dich nicht unnötig, wenn etwas nicht klappt, sondern schau nach vorne.
  5. Vergleiche dich nicht mit anderen. Mache dir stattdessen bewusst, wie viel du schon erreicht hast und freue dich über deine Erfolge.
  6. Setze dir strikte Zeitlimits, wenn du an einer Aufgabe sitzt und höre auf, wenn die Zeit abgelaufen ist.

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Foto: Kenishirotie/www.fotolia.de/62395997